8. März 2026 | Allgemein

Ein Krimi am Sonntagvormittag

Der DHC Lyss hat das zweite Halbfinalspiel gegen Lausanne HC Féminin nach einem unglaublichen Abnützungskampf denkbar knapp verloren. Erst das Penaltyschiessen brachte die Entscheidung – und Lausanne setzte sich mit 0:1 durch. Nach 80 torlosen, intensiven Minuten steht fest: Die Serie geht am Mittwoch in Lausanne in die alles entscheidende dritte Runde.

Ein Spiel, das Playoff‑Charakter atmete

165 Zuschauerinnen und Zuschauer sorgten am Sonntagmorgen in der Seelandhalle für eine besondere Atmosphäre. Von Beginn an war klar: Dieses Spiel würde über Einsatz, Wille und Geduld entschieden werden. Beide Teams verteidigten kompromisslos, blockten Schüsse und liessen kaum gefährliche Abschlüsse zu.

Lyss suchte geduldig den Weg zum Tor, Lausanne hielt mit physischer Präsenz dagegen. Es war ein Spiel, in dem jeder Zweikampf zählte – und in dem beide Mannschaften zeigten, warum sie im Halbfinal stehen.

Ein Team spielt auch für eine Verletzte

Besonders bemerkenswert: Der DHC musste kurzfristig auf Sara Stettler verzichten. Die Centerin hatte sich am Samstag nach einem unsauberen Check verletzt und konnte am Sonntag nicht antreten. Die Diagnose – Schlüsselbeinbruch – wurde noch am selben Abend operiert. Die Operation verlief erfolgreich.

Ihr Ausfall war sportlich wie emotional spürbar. Die Mannschaft spielte sichtbar auch für Sara, die nun auf dem Weg der Genesung ist.

Torhüterinnen prägen die Partie

Beide Goalies lieferten eine herausragende Leistung ab. Olympe Guillemand hielt Lyss mit Ruhe und starken Paraden im Spiel. Auf der Gegenseite zeigte Aurélie Roehrich eine ebenso fehlerfreie Partie.

Dass nach 60 Minuten und auch nach der Verlängerung kein Treffer fiel, war vor allem den beiden Torhüterinnen und den disziplinierten Defensivreihen zu verdanken.

Penaltyschiessen bringt die Entscheidung

Im Shootout wurde jede Schützin zur möglichen Matchwinnerin. Für Lyss blieb der erlösende Treffer aus – alle Versuche scheiterten an Roehrich. Lausanne hingegen traf ein einziges Mal, durch Alix Pialat, und entschied damit das Spiel.

Es war ein bitteres Ende für eine Partie, die keinen Verlierer verdient hatte.

Alles oder nichts am Mittwoch

Trotz der Niederlage bleibt der Blick nach vorne gerichtet. Der DHC Lyss hat gezeigt, dass er Lausanne auf Augenhöhe begegnet – mit Herz, Disziplin und Zusammenhalt. Die Serie steht nun 1:1, und am Mittwoch um 20.30 Uhr fällt in der Vaudoise Aréna die Entscheidung.

Ein Spiel, das Mut verlangt. Ein Spiel, das Charakter zeigt. Ein Spiel, das der DHC Lyss gewinnen kann.

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